Wald und Jagd: Eine untrennbare Einheit



In unserem Betrieb haben wir das Privileg, eine Eigenjagd bewirtschaften zu dürfen. Das bedeutet für uns weit mehr als nur ein Vorrecht: Es ist die Freiheit, die Bejagung direkt auf die Bedürfnisse unseres Waldes abzustimmen. Unabhängig von großen Jagdgenossenschaften können wir so konsequent unsere eigene Philosophie verfolgen: Wald vor Wild – für ein stabiles Ökosystem.


Der Wald als genutztes Ökosystem


Der Wald ist für uns das natürlichste und wertvollste Ökosystem. Durch eine gezielte Durchforstung steuern wir den Lichteinfall am Waldboden und fördern so eine enorme Pflanzen- und Tiervielfalt.


Ein Ökosystem ist jedoch erst dann gesund, wenn es sich aus eigener Kraft regenerieren kann. Das Ziel ist die natürliche Verjüngung: Aus der Fülle an Samen und Keimlingen müssen genügend Jungbäume überleben, damit aus alten Monokulturen von selbst ein stabiler, natürlicher Mischwald entstehen kann. 

Warum eine angepasste Jagd den Wald rettet


Oft wird die Rolle der Jagd beim Waldumbau unterschätzt. Eine falsch verstandene Jagd, die über Jahrzehnte hinweg die Trophäenzucht in den Vordergrund stellte, kann den Erfolg des Waldumbaus zunichtemachen. 


Früher dominierten fast reine Fichtenbestände. Da das Reh als „Konzentratselektierer“ (Feinschmecker) eine abwechslungsreiche Nahrung sucht, boten diese Wälder nur ein einseitiges Angebot. Trotz Verbiss blieb meist genug Fichten-Nachwuchs übrig. Doch die Fichte ist dem Klimawandel nicht gewachsen.







Neue Bäume brauchen besonderen Schutz


Heute pflanzen wir gezielt Baumarten, die resistenter gegen Hitze und Trockenheit sind. Da diese Arten in unserer Region aktuell noch selten sind, wirken sie auf das Wild wie „Pralinen“ und werden bevorzugt verbissen. Ohne eine konsequente Jagdstrategie, die den Schutz dieser jungen Bäume priorisiert, hätten diese Zukunftshoffnungen keine Chance.


Unser Ziel:
Wir streben Wildbestände an, die langfristig so angepasst sind, dass sie dem natürlichen Gleichgewicht (ähnlich wie unter dem Einfluss von Luchs oder Wolf) entsprechen. Nur so können die reichhaltigen Samen der Bäume von selbst zu einem gesunden Mischwald heranwachsen – ohne teure Zäune und ohne fremde Hilfe.